Banda

Das Musikkorps der Päpstlichen Schweizergarde

Das Spiel der Päpstlichen Schweizergarde ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der zeremoniellen Traditionen des Vatikans, sondern auch ein Symbol für die kulturelle Verbindung zwischen Militär und Religion.

20. Dezember 2025

In jüngster Erinnerung bleibt der Auftritt der «Banda», wie das Spiel auch genannt wird, im Sommer 2025 am Basel Tattoo. Sie war aber auch schon am Schweizerischen Polizeimusiktreffen präsent und wird auch dieses Jahr voraussichtlich wieder am Eidg. Musikfest in Biel mit dabei sein. Solche Veranstaltungen ermöglichen es dem Korps, das Image der Garde zu stärken und soll mithelfen, junge musikbegeisterte Menschen für den Dienst in der Garde zu begeistern. 

145 Jahre Teil einer lebendigen Tradition

Gegründet wurde die Banda 1881 unter Papst Leo XIII. von Kaplan Johann Baptist Marty und Kommandant Louis Martin de Courten. Die Schweizergarde sollte neben ihrer traditionellen militärischen Aufgabe auch eine kulturelle und symbolische Rolle für den Vatikan erhalten. Mit der Auflösung des Kirchenstaates war der Bewegungsraum des Pontifex mehr oder weniger auf das Territorium des Vatikans begrenzt. Grosse Auftritte vielen weg und damit reduzierten sich auch die Aufgaben für die Gardisten. Neben der Weiterbildung und sportlicher Betätigung wollte das Kommando daher auch die Musik als sinnvolle Beschäftigung fördern. Die Banda sollte dabei nicht nur die feierliche Atmosphäre bei religiösen Zeremonien unterstreichen, sondern auch das Prestige und die Tradition der Schweizergarde und damit des Papsttums stärken.

Seither hat sich die Gardemusik von einer einfachen militärischen Begleitung mit Trommlern und Pfeifern zu einer Musikkapelle entwickelt. Sie spielt heute sowohl in Formationen der Blasmusik als auch in kleineren Ensembles. Die Banda ist bekannt für ihre hohe musikalische Präzision und die traditionelle Wertigkeit, die sie in jedes Konzert oder jede Zeremonie einbringt. Ihr wichtigster Einsatz ist dabei die Vereidigungszeremonie der neuen Gardisten, die jedes Jahr am 6. Mai zum Gedenken an die Plünderung Roms, dem «Sacco die Roma», gefeiert wird. An diesem Tag im Jahr 1527 liessen 147 Gardisten bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. ihr Leben. 

Weitere Auftritte sind jeweils bei grossen Festgottesdiensten der Garde oder internen Zeremonien wie zum Beispiel die 1. August-Feier. Das Gardespiel trägt dazu bei, das historische Erbe der Schweizergarde lebendig zu halten und die Stabilität und Bedeutung der Institution im modernen Vatikan zu unterstreichen. Es ist auch eine wichtige Quelle der Identifikation für die Gardisten selbst, die sich durch ihre Musik in ihrer besonderen Rolle als Leibwächter des Papstes und als Teil einer langen Tradition von Dienst und Hingabe an das Papsttum fühlen können.

Dienst auf hohem Niveau

Die hohen Ansprüche stellen aber auch hohe Anforderungen an die Rekrutierung von talentierten Mitgliedern für die Banda. Zum einen müssen genügend neue Rekruten gefunden werden, die ein Instrument beherrschen und über ausreichende musikalische Kenntnisse verfügen, damit sie in die Reihen der Blaskapelle aufgenommen werden können. Die Mindestdauer für den Dienst in der Päpstlichen Schweizergarde ist 26 Monate. Das führt zu einer hohen Fluktuationsrate. Es ist jedoch anzumerken, dass die Musiker im Vergleich zu den übrigen Gardisten eher bereit sind, ihre Dienstzeit zu verlängern.

Zum anderen ist aber auch dafür zu sorgen, dass die Zusammensetzung der Gardemusik passt und stets die Harmonie der Stimmen garantiert ist. Und schliesslich muss genügend Zeit für die Proben gegeben werden. Im angespannten Dienstbetrieb keine einfache Aufgabe. Die Musiker werden normalerweise alle zusammen dem dritten von drei Geschwader zugewiesen. So können die gemeinsamen Proben besser geplant werden. Erfahrene Kameraden ermutigen zudem die jungen Leute und unterstützen das Ensemble mit ihrer über Jahre hinweg gesammelten Erfahrung. 

Das schweisst auch über die aktive Dienstzeit in Rom hinaus. Nach der Dienstzeit in Rom besteht die Möglichkeit, bei der «Banda» der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten weiterzuwirken.

Stefan Wyer


Quellen:
Beitrag erschienen in UNISONO, Die Schweizer Zeitschrift für Blasmusik, 1/26