Der Alltag der Schutztruppe des Papstes ist geprägt von den verschiedenen Einsätzen zur Bewachung des Oberhaupts der Katholischen Kirche und seiner Residenz. Daneben gibt es aber auch unterschiedliche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.
Wichtig zur Gemeinschaftsbildung sind etwa die zahlreichen gemeinsamen Feiern und Anlässe im Kleinen und Grossen: Angefangen von Grillabenden mit den Rekruten und einzelnen Geschwader, mit den Aushilfspriestern, Organisten und den Gardisten, die Sakristandienste leisten, die Familienmessen und anschliessenden gemeinsamen Mittagessen mit den Gardeangehörigen, das gemeinsame Adventskranzschmücken und Keksebacken mit den Familien im Advent, bis hin zu den grossen gemeinsamen Feiern am Nationalfeiertag, am Nikolaustag, an Weihnachten oder beim traditionellen Missionsfest.
Wer in die Schweizergarde eintreten möchte, muss ledig sein. So schreibt es das Reglement vor. Seit 2018 können Gardeangehörige, gleich welchen Ranges, die länger als fünf Jahre Dienst leisten, heiraten. Das hat zu einer Zunahme der Familienzahl geführt.
Die Kinder der Gardisten besuchen in Rom die Schweizer-Schule, die vom Kinderarten bis zum Gymnasium alle Stufen anbietet. Ermöglicht wird dies durch die Unterstützung der Gardestiftung, die sich darüber hinaus auch an den Wohnkosten und am Versicherungsschutz für die Familien beteiligt. Nach der Schule treffen sich die Kinder regelmässig zum Spielen im Kasernenhof, sofern nicht gerade exerziert wird. Einmal pro Monat findet speziell ein Familiengottesdienst mit anschliessendem Mittagessen statt.
Wer als junger Schweizergardist in die Dienste des Hl. Vaters tritt, lebt und arbeitet für eine Weile in einem einzigartigen kulturellen und religiösen Umfeld. Rom und der Vatikan sind ein grossartiges Erlebnis, eine einmalige Chance für die jungen Leute in dieser Hinsicht. Die Garde sieht sich deshalb selbst in der Verpflichtung gegenüber ihren Angehörigen, ihnen diese Grossartigkeit näher zu bringen. Kulturelle und spirituelle Bildungsreisen zum Beispiel ins Heilige Land oder nach Lourdes gehören ebenso dazu, wie das Erfahren der einstigen Grösse Roms oder das Erleben der kulturellen Vielfältigkeit Italiens. Um dem Anspruch der kulturellen Bildung nachzukommen, verfügt die Garde über einen Kulturfonds, aus dem die Reisen, Museumsbesuche etc. finanziert werden. Der Fonds speist sich über die Stiftung der päpstlichen Schweizergarde in der Schweiz, aber auch durch direkte Spenden.
Für den Dienst in der Leibgarde des Papstes ist die körperliche Fitness unabdingbar. Für zusätzliche körperliche Betätigung zusätzlich zu den Trainings stehen im kaserneninternen Fitnessraum diverse Geräte für den Muskelaufbau und die körperliche Fitness zur Verfügung.
Sportbegeisterte können ihre Kondition und ihr Geschick auch in der eigenen Fussballmannschaft, dem FC Guardia, unter Beweis stellen. Beim jährlichen Kräftemessen an den Vatikanmeisterschaften tritt der FC Guardia gegen andere Teams des Vatikans wie zum Beispiel die Gendarmerie, die Museumswärter oder Radio Vatikan an.
Die Schweizergarde nimmt auch jährlich mit einer eigenen Marschgruppe am legendären Viertagemarsch von Nijmegen / NL teil. Die Marschtrainings sind zudem eine besonders interessante Art, die Ewige Stadt kennenzulernen.
Wer sich in seiner Freizeit lieber den musischen Künsten hingibt und musikalisch begabt ist, kann sein Können im Gardespiel einbringen oder hat die Möglichkeit, das Spielen eines Blasinstruments zu erlernen. Die Banda, wie das Spiel auch genannt wird, begleitet festliche Anlässe wie den Nationalfeiertag oder Weihnachten musikalisch. Der wichtigste Einsatz ist die Vereidigungszeremonie für die neuen Gardisten jeweils am 6. Mai des Jahres.
Das Gardespiel trägt dazu bei, das historische Erbe der Päpstlichen Schweizergarde lebendig zu erhalten. Es tritt auch immer wieder am Schweizerischen Polizeimusiktreffen, am Eidgenössischen Musikfest auf und war auch schon an der Basel-Tattoo-Parade präsent.
Für das leibliche Wohl in der Quartier-Kantine sorgen fünf Albertinerschwestern aus Polen. Neben der traditionellen italienischen Küche stehen auch immer wieder schweizerische Köstlichkeiten auf dem Menüplan. Ausserhalb des Gardequartiers hat Rom im kulinarischen Bereich so einiges zu bieten. Die ganzen Köstlichkeiten aus der italienischen Küche und regionale Spezialitäten versprechen genussvolle Momente in einem überwältigenden Ambiente einer altehrwürdigen Stadt.
Das Gardereglement hält fest, dass der Gardist «sich stets als guter Christ und vorbildlicher Soldat zu erweisen» hat. Die erste und wichtigste Bildung und das Fundament, auf dem alles andere aufbaut und zum Blühen kommen kann, betreffen das Menschsein. Jedes Mitglied der Gardefamilie soll als Mensch, das heisst als Abbild und Freund Gottes beachtet und geschätzt werden, noch vor aller dienstlichen Leistung und moralischer Integrität.
Eine Vielfalt von Feiern, Angeboten und Initiativen sind Dienst an diesem Beziehungsgeschehen mit dem Gottesgeheimnis und untereinander: die täglichen liturgischen Feiern in der Gardekapelle, verschiedene Festgottesdienste wie anlässlich des Jahrestags der Gründung der Päpstlichen Schweizergarde am 22. Januar, der Vereidigung der neuen Gardisten am 6. Mai, des Nationalfeiertags am 1. August oder zu Ehren der Gardepatrone Martin, Sebastian und Niklaus von Flüe, die dreitägigen Exerzitien für alle Gardemitglieder in Frascati, gemeinsame Wallfahrten zum Marienheiligtum in Lourdes und anderen Orten.
Im Rahmen der Rekrutenschule, der Vorbereitung auf die Vereidigung sowie der monatlichen Weiterbildung der drei Geschwader haben die Gardisten Einführungen in das Rosenkranzgebet und befassen sich mit den Themen «Liebe, Glaube und Leben», «Beten im Dienst als Gardist», «Dienstbereitschaft und Hingabe», «Schwören» und «Reliquien».